Vermutest du bei dir oder deinen Geliebten eine Essstörung? Dann bist du damit nicht alleine: Essstörungen sind einer der häufigsten und schwer zu erkennbaren chronisch psychischen Erkrankungen.
In diesem Artikel findest du eine umfangreiche Übersicht über die wichtigsten Informationen.
Essstörung Definition
Essstörungen sind Erkrankungen, die man ernst nehmen und richtig adressieren muss. Es handelt sich dabei um eine seriöse psychische Störung, wo der Umgang mit Essen gestört wird. Abweichend von der Norm werden konstant unbewusst die Gedanken und das Verhalten vom Thema Essen beeinflusst.
Dies kann sich in verschiedenen Formen zeigen: Von Nahrungsverweigerung zu unkontrollierten Essanfällen. Sie können für die Betroffenen langanhaltenden Gesundheitsschaden bedeuten und tauchen oft schleichend auf.

Essstörung Ursachen
Es gibt für die Störung des Essverhaltens nicht eine einzige Ursache. Für die Entstehung dieser kommen viele komplexe Faktoren zusammen.
Weder Betroffene noch Angehörige sollten sich selbst Schuld für die Krankheit geben.
Für die Therapie ist es wichtig zu verstehen, was die Ursachen und Auslöser für die Entstehung der Krankheit sind. Damit können noch beeinflussbare Faktoren zum Positiven verändert werden.
Einige potenzielle Ursachen können in drei Gruppierungen aufgeteilt werden:
Genetische Disposition
- Experten denken, dass Essstörungen teilweise genetisch veranlagt sind
- Diese Veranlagung wird nur zur Essstörung, wenn andere Umstände (Faktoren) dazukommen
- Einige Charaktereigenschaften, die Essstörungen fördern, werden durch angeborene Gene begünstigt
Hormone und Neurotransmitter
- Probleme mit dem Stoffwechsel für Hunger- und Sättigungsgefühl im Gehirn
- Testosteron wirkt gegen die Entwicklung einer Essstörung
- Östrogen wird mit zurückgehendem Essen verbunden
- Die Suche nach erhöhtem Serotonin (dem Glückshormon)
Individuelle Körper
- Mehrere Faktoren treffen immer zusammen
- Geschlecht
- Alter
- Körpergewicht (persönliches Normalgewicht ist genetisch)
Charaktereigenschaften
- Charaktereigenschaften werden teilweise vererbt (nature) und werden teilweise von der Umgebung beim Aufwachsen beeinflusst (nurture)
- Einige Persönlichkeitsmerkmale (wie Leute mit hohem eigenem Leistungsniveau) neigen zu Essstörungen
Traumatische Erfahrung
- Oft stammen Essstörungen von physischen und psychischen Traumata
- Das Steuern der Essgewohnheiten kann ein Gefühl der Kontrolle über den eigenen Körper geben, nachdem dieses mit Trauma verloren wurde
Verbindungen mit Essen
- Eine abnormale Fixierung mit Essen kann schnell zu einer Essstörung führen
- Viele Leute haben eine persönliche Verbindung mit Essen
- Wenn sie die Einzigen oder wichtigsten positiven Einflüsse im Leben sind, kann dies zu Essstörungen führen
- Verlust von sicherem regelmäßigen Essen oder eigene Kontrolle darüber kann großen Einfluss haben
Ideale der Schönheit als Zeichen von Erfolg
- In verschiedenen Kulturen sind bestimmte Köpereigenschaften Zeichen von Erfolg im Leben
- Auch gibt es in vielen Sportarten ein Körperideal für Höchstperformer (Leistungssport)
Medien und Schönheitsideale
- Das Thema Aussehen ist immer anwesend
- Jeden Tag werden Leute mit Medien von Leuten in einer selbst optimierten Form überflutet
- Dieses unrealistische Schönheitsideal wird die Neue Norm
- Leute können anfangen sich mit dem Ideal zu vergleichen und verspüren Unzufriedenheit im eigenen Körper
- Wenn Selbstoptimierung zur Zwangshandlung wird, kann dies zur Entstehung einer Essstörung führen
- Social Media ist aber nicht nur negativ, da eine gegenseitige Stärkung Betroffenen helfen kann, eine Essstörung zu überwinden
Freundeskreise und Gleichaltrige
- Vergleiche mit Leuten im gleichen Alter
- Mobbing und negative Kommentare

Arten der Essstörung
Die am häufigsten vorkommende Arten der Essstörungen sind:
Die Merkmale der Krankheiten verfließen oft flüssig ineinander und es ist schwierig, sie voneinander abzugrenzen. Zudem ist es möglich, dass Betroffene von einer Form zur anderen wechseln.
Im Mittelpunkt steht immer die zwanghafte Beschäftigung mit Essen.
Bei jeder Form der Essstörung haben Erkrankte zumeist seelische Probleme. Es besteht die Gefahr, dass ihnen bei einem chronischen Verlauf gefährliche körperliche Schäden entstehen. Frauen sind meistens stärker als Männer betroffen.

Essattacken mit Kontrollverlust (Binge-Eating-Störung)
- Übermäßige Nahrungsaufnahme
- Essen ohne Genuss
- Ekel vor sich selbst
- Despression oder Schuldgefühle
- Scham mit anderen zu essen
- Verstecken des schädliches Essverhaltens vor Anderen
Bulimie (Bulimia nervosa)
- Das Aussehen ist stark mit emotionales Wohlbefinden verbunden
- Angst vor Gewichtszunahme
- Übermäßige Nahrungsaufnahme
- Benutzen von extremen Methoden um Gewicht zu verlieren
- Despression oder Schuldgefühle
- Scham mit anderen zu essen
- Das schädliches Essverhalten wir vor anderen Leuten versteckt
Magersucht (Anorexia nervosa)
- Legen extreme Wichtigkeit auf Aussehen
- Eingeschränkte Essensaufnahme
- Starke Gewichtsabnahme oder Gewicht unter Normalwert
- Furcht vor Gewichtszunahme
- Scham mit anderen zu essen
- Das schädliche Essverhalten wird vor anderen Menschen geheim halten
Essattacken mit Kontrollverlust (Binge-Eating-Störung)
- Regelmäßige Essanfälle ohne gewichtsvermindernde Methoden
- Essattacken unabhängig von Hungergefühlen
- Kontrollverlust der Essensmenge und -art
- hören erst auf wenn sie sich unangenehm voll fühlen
- Scham- und Schuldgefühle
- Verläuft in wechselhafte Phasen mit und ohne Symptome
Bulimie (Bulimia nervosa)
- Wiederholte Essattacken unabhängig von Hungergefühlen
- Keine Kontrolle über Essensmenge und -art
- Stoppen erst bei unangenehmer Volle
- Angst vor Gewichtszunahme, Legen großen Wert auf Erscheinungsbild
- Benutzen exzessive gewichtsreduzierende Methoden
- Teufelskreis von strenger Diät und Essattacken
- Scham- und Schuldgefühle
- Erfolgt in verschiedenen Intervallen Symptomfrei und Symptomreich
Magersucht (Anorexia nervosa)
- Starker Gewichtsverlust und Untergewicht
- Verzerrte Köperwahrnehmung
- Erscheinungsbild diktiert ihr Eigenwert
- Irrationale Angst Gewicht zuzunehmen
- Strikte Ernährungsregeln und -rituale
- Übertriebene Maßnahmen zur Gewichtabnahme
- Scham- und Schuldgefühle
- Heißhungerattacken werden mit mehr Disziplin bestraft
Essattacken mit Kontrollverlust (Binge-Eating-Störung)
- Oft Gewichtszunahme mit erhöhtem Risiko von
- Herz-Kreislauf-Störungen
- Diabetes
- Rücken- oder Gelenkprobleme
- Schamgefühl und Depression
- Finanzielle Schwierigkeiten durch Einkaufsmenge
Bulimie (Bulimia nervosa)
- Meistens normales Gewicht
- Bei häufigem Erbrechen
- Verätzte Zähne und Speiseröhre
- Störung des Salz- und Wasserhaushalts
- Beeinträchtigung Nierenfunktion
- Verdauungsbeschwerden
- Mangel an Nährstoffen
- Herz-Kreislauf-Beschwerden
- Haarausfall
- Kreislaufprobleme
- Zyklusstörungen
- Gestörte Hungerwahrnehmung
- Schamgefühl und Depression
- Durch Nahrungseinkauf finanzielle Schwierigkeiten
Magersucht (Anorexia nervosa)
- Oft Untergewichtigkeit
- Nährstoffmangel
- Störung des Herzrhythmus
- Mangelerscheinungen
- Verringerung der Knochendichte
- Zyklusstörungen
- Kreislaufbeschwerden
- Müdigkeit und Frieren
- Haarausfall
- Trockene und juckende Haut
- Häufiges Erbrechen
- Beschädigte Zähne und Speiseröhre
- Störung des Salz- und Wasserhaushalts
- Beeinträchtigung Nierenfunktion
- Gestörte Hunger Wahrnehmung
- Schamgefühl und Depression
- Durch Nahrungseinkauf finanzielle Schwierigkeiten
Hilfen bei Essstörungen
Essstörungen sind Erkrankungen, die wie jede andere Krankheit behandelt werden müssen. Trotzdem suchen sich viele Betroffene, aus Scham oder falscher Selbsteinschätzung, keine eigene professionelle Hilfe.
Wenn die Krankheit früh erwischt und behandelt werden kann, sieht eine starke Verbesserung oder sogar komplette Genesung vielversprechend aus.
Bei der Behandlung werden akute Symptome gelindert und es wird nach dem Grund für die Essstörung gesucht. Gemeinsam werden Strategien für eine Verbesserung entwickelt, um einen Rückfall zu verhindern.

Klinik bei Essstörung
Essstörung Therapie
FAQ – Essstörungen
Was sind die drei häufigsten Essstörungen?
Die drei häufigsten Essstörungen sind:
- Binge-Eating-Störung (unkontrollierbare Essattacken)
- Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht)
- Anorexia nervosa (Magersucht)
Was sind Ursachen einer Essstörung?
Es gibt sehr viele verschiedene Ursachen für Essstörungen. Sie entstehen meist mit einer Kombination von verschiedenen Ursachen und einem Auslöser.
Wie sollte man bei einer Essstörung handeln?
Wichtig ist, dass sich Betroffene oder Angehörige nicht selbst die Schuld geben. Vielmehr sollte man über die nächsten Schritte nachdenken und handeln.
Im Grunde gilt, dass alle ambulante Versorgungsstellen, die Pflicht haben, Leuten mit Essstörungen zu helfen.

